Frida Kahlo Haus feiert 25-jähriges Bestehen

CBWK FKH Jubilaeum 25Die Einrichtung des Clarenbachwerks für jüngere Menschen, die nach Unfall oder Krankheit pflegebedürftig sind, feiert ihre Entwicklung und ihr Jubiläum. Am 17. Mai 2018 um 15 Uhr wird zum Sektempfang, Kaffee & Kuchen, später zum Grillabend mit dem „Rodrigo Tobar Trio“ geladen.

 

Ein Sturz mit dem Fahrrad, ein Schlaganfall, eine unerwartete Diagnose – es gibt Ereignisse, die das Leben grundlegend verändern, vor allem, wenn sie Behinderung und Pflegebedürftigkeit nach sich ziehen. Junge Menschen trifft dies in der Lebensphase, in der sie ihre Zukunft gestalten, Wünsche und Ziele verwirklichen wollen. Körperlich und psychisch müssen sie sich auf eine neue, schwierige Situation einstellen. 

 

Häufig ist ihr Umfeld nicht auf Pflegebedürftigkeit ausgerichtet, so dass die Suche nach einer neuen Lebensumgebung beginnt. Als das Frida Kahlo Haus, eine stationäre Einrichtung des Clarenbachwerks, vor 25 Jahren antrat, pflegebedürftigen Menschen zwischen 18 und 50 Jahren ein Zuhause zu bieten, gab es nur unzureichende Angebote für sie – etwa eine Unterbringung in Senioreneinrichtungen, wo sie ein altersgerechtes Programm vermissten.

 

Daher eröffnete der damalige Sozialminister Franz Müntefering das Frida Kahlo Haus 1993 als Modellprojekt mit 75 Plätzen. Namensgeberin war die berühmte mexikanische Malerin, die selbst durch Unfall und Krankheit körperlich stark beeinträchtigt war und sich in ihrem künstlerischen Werk damit auseinandersetzte. Bis heute gibt es nicht viele Einrichtungen in NRW, die eine so umfassende und individuelle Pflege und Betreuung für junge Menschen anbieten.

 

Mittlerweile haben Einrichtungsleiterin Tamara Jost und ihr Team das Frida Kahlo Haus so erfolgreich aufgebaut, dass 91 Menschen dort leben. Unter Gleichaltrigen können sie lernen, ihren Lebensraum neu zu gestalten. Sie tauschen Erfahrungen aus und formulieren neue Ziele. Das Zusammenleben in drei Wohngruppen und gemeinsame Unternehmungen fördern die soziale Anbindung. 

 

„Uns ist wichtig, dass jeder Mensch hier ein so selbstbestimmtes Leben wie möglich führen kann“, so Tamara Jost. „Dafür binden wir alle in den Wohnalltag ein und bieten viel Austausch und zwischenmenschlichen Kontakt. Gleichzeitig achten wir auch den Wunsch nach Privatsphäre und Rückzug, so wie es jeder Mensch braucht.“ Von Anfang an erarbeitet die medizinische, pflegerische und psychologische Betreuung mit jedem Einzelnen Lösungen für seine Lebensgestaltung: Von der Hilfe beim Waschen und Anziehen über technische Hilfsmittel und Behandlungspflege bis zur Assistenz bei Nahrungsaufnahme und Fortbewegung.   

 

CBWK FKH Jubilaeum Feier2Nicht nur in Krisensituationen steht der Hauspsychologe jederzeit zur Verfügung. Selbst wenn die körperlichen Möglichkeiten zunächst stark eingeschränkt sind, wird die Eigenmotivation stark gefördert, um noch vorhandene Fähigkeiten und eigene Interessen zu entwickeln. Oft sind es kleine, ganz unterschiedliche Schritte, die zählen: Ein Stäbchen mit Erdbeergeschmack, um die Sinne anzusprechen. Wieder schlucken lernen oder alleine zu essen. Sich im Bewohnerbeirat zu engagieren, mit dem Elektrorollstuhl ins Grüne zu fahren. 

 

„Auch wenn keiner drängt, hier ist ständig was los: Gruppentreffen, Kino, Feste. Als ich eine bestimmte Oper sehen wollte, hat die Leiterin spontan gesagt: da fahre ich mit Ihnen hin!“ erzählt Norbert Pukall, der seit einem Surfunfall querschnittgelähmt ist. Ein Team von Sportlehrern, Musik- und Kunsttherapeuten, Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen sorgt für ein umfangreiches Freizeitangebot: Ob Rock- oder Klassik-Konzert, Ausflug ins Stadion, Kunstforum mit Ausstellungsmöglichkeit, Tischtennis oder Lesezirkel – die Aktivitäten sorgen für eine klare Tagesstruktur, Gemeinschaft und Spaß. Um den Kontakt zum privaten Umfeld und Freunden aufrechtzuerhalten, steht Besuchern das Frida Kahlo Haus jederzeit offen. Auch eine spätabendliche Heimkehr und späteres Zubettgehen der Bewohner ist möglich.

 

Zur Lebensqualität trägt auch das Speisenangebot bei. Selbst bei Schluckstörungen wird noch Geschmacksvielfalt angeboten, in dem die Kost individuell angepasst wird in unterschiedlicher Konsistenz, z. B. aufgeschäumt, pürriert oder geliert. Sogar ein kleiner Kreis von Menschen im Wachkoma ist im Frida Kahlo Haus integriert. Durch Gruppen- und Einzelarbeit mit diesen Menschen ergeben sich Kommunikationsmöglichkeiten jenseits der Sprache.

 

Bei so vielen jungen Menschen wird im Frida Kahlo Haus sehr gerne gefeiert, so auch beim Jubiläum am 17. Mai: Nach dem Sektempfang kann bei Kaffee und Kuchen die Ausstellung des Kunstforums und einige Fotoprojekte betrachtet werden, während das Fest bei einem Grillabend mit südamerikanischer Musik ausklingt.

 

Programm Jubiläumsfeier:

Begrüßung: Geschäftsführung Clarenbachwerk, Einrichtungsleiterin Tamara Jost

Grußwort: Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker

Sektempfang, Kaffee & Kuchen in Foyer/Cafeteria, Live-Musik von Kathrin Eigendorf (Piano)

Parallel Ausstellung des Kunstforums, Dia-Show aus 25 Jahren Frida Kahlo Haus 

Anschließend Grillen im Innenhof, Live-Musik vom „Rodrigo Tobar Trio“ (bis ca. 20 Uhr)

 

Termin: Donnerstag, 17. Mai 2018, 15.00 Uhr

 

Ort: Frida Kahlo Haus, Alter Militärring 94, 50933 Köln